Sozioökonomische Analyse, EMF-Expositionsmetriken und Reduktionsziele

Ziele

Das Hauptziel dieses Arbeitspakets ist es, einen Expositionsindex (EI) für die Bevölkerung zu entwickeln, der die gesamte Exposition durch Mobilfunk-Basisstationen und andere Schnittstellen (z.B. WLAN-Acess Points) sowie durch persönliche drahtlose Endgeräte erfasst. Diese neue Metrik sollte die gesamte Exposition der Bevölkerung durch drahtlose Netzwerke beschreiben. Ziel ist es weiterhin, Netzwerkarchitekturen und innovative Funktechnologien zu entwickeln, die die Exposition der Bevölkerung durch Funksysteme reduzieren können.

Da die Risikowahrnehmung im Kontext der Akzeptanz solcher Ansätze eine Schlüsselfrage darstellt, ist es auch Ziel von LEXNET, die Einstellungen der Bevölkerung sowie die Risikowahrnehmung und Fragen zur Akzeptanz zu erfassen. Diese Aspekte sollten auch bei der Entwicklung des EIs berücksichtigt werden sowie in die geplanten Kommunikationsmaßnahmen einfließen. Darüber hinaus sollte auch ein breiter gesellschaftlicher Dialog über Art zukünftiger Expositionsmodelle sowie die Minimierungsziele und die Akzeptanz dieser Modelle geführt werden.

 


Methodik

Die bestehenden Hochfrequenz-EMF (HF-EMF) Expositions-Metriken wurden analysiert um eine neuen Ansatz zu entwickeln, der sowohl Uplink- als auch Downlink-Exposition kombiniert und somit die durchschnittliche EMF-Exposition der Bevölkerung durch drahtlose Netzwerke als Ganzes erfassen kann. Weiter wurden verschiedene menschliche Modelle (Erwachsene, Kinder, schwangere Frauen, etc.) und unterschiedliche Körperhaltungen betrachtet, um deren spezifische Expositionen zu ermitteln. Zusätzlich wurden Referenzexpositionswerte für Basisstationen, WLAN-Access Points und Endgeräte in verschiedenen Konfigurationen und Nutzungsszenarien in Bezug auf die spezifische Absorptionsrate (SAR) bewertet.

Zur Erfassung der Risiko- und Expositionswahrnehmung der Bevölkerung wurden in verschiedenen europäischen Ländern zwei Online-Umfragen durchgeführt, um Risikowahrnehmung und Expositionswahrnehmung von EMF-Quellen (Basisstationen, WLAN, Handy, etc.) zu ermitteln, aber auch um die gesellschaftliche Akzeptanz des entwickelten EIs zu evaluieren.


Hauptergebnisse

Das Projekt LEXNET zielt darauf ab, die durchschnittliche Exposition der Bevölkerung durch Endgeräte und Basisstationen (oder Access Points) einheitlich zu erfassen und somit Uplink und Downlink in einem EI zusammenzufassen. Die Idee ist es, die durchschnittliche Gesamtexposition durch diesen EI abzuschätzen. Hierzu wird die Exposition für ein bestimmtes Areal über eine bestimmte Zeit gemittelt.
Die erste Umfrage diente der Erhebung der Expositionswahrnehmung verschiedener HF-EMF Quellen sowie der Untersuchung der Risikowahrnehmung der Befragten.
Die zweite Umfrage zielte zusätzlich zur Risikothematik auf die Überprüfung der Verständlichkeit und Akzeptanz der neuen Expositions-Metrik ab. Weiter wurde erhoben, wie LEXNET-Minimierungsstrategien (zur Reduktion der Exposition der Bevölkerung gegenüber elektromagnetischen Feldern) seitens der Befragten bewertet werden.

Diese beiden Surveys zeigen, dass die wahrgenommene Expositionsstärke der wichtigste Prädiktor für HF-EMF Risikowahrnehmung ist. Darüber hinaus wird die Fernfeld-Exposition durch Mobilfunkbasisstationen überschätzt, die somit eine erhöhte Risikowahrnehmung  bedingt. Ein weiteres wichtiges Ergebnis ist, dass die Mehrzahl der Befragten wichtigen Grundannahmen des EI-Konzeptes zustimmt.


Technische Bedeutung

Eine neue HF-EMF-Expositions-Metrik wurde entwickelt und alle notwendigen Daten ermittelt, die notwendig sind, um den EI zu berechnen.


Gesellschaftliche Bedeutung

Die prinzipielle Zustimmung der Befragten zu den LEXNET-Projektzielen lässt offen, inwiefern es möglich ist, die Kernkonzepte des LEXNET-Ansatzes der Öffentlichkeit erfolgreich vermitteln zu können.